Halloween? Nicht für meine Kinder – Warum ich dieses Fest hasse

Es wieder soweit: Halloween steht an und viele Kinder gehen sicherlich heute Abend wieder auf Betteltour. Meine jedoch nicht. Und auch geben werde ich nichts und die Klingel abstellen, denn ich hasse Halloween. Es ist nur ein weiteres Konsumfest, bei dem völlig falsche Werte vermittelt werden: Betteln, Erpressen und Süssigkeiten von Fremden annehmen. Eigentlich Dinge, die wir auch im Alltag unseren Kindern nicht vermitteln. Wieso dann heute? 

Woher kommt Halloween? 

Fangen wir doch mal vorne an. Wieso feiern wir Halloween? Fragt das doch mal die Kinder an der Tür. Warum sammelt ihr Süssigkeiten? Warum feiern wir das eigentlich? Wenn ihr dann noch sagt, es gibt auch nur dann Süssigkeiten wenn das Kind euch die Fragen beantwortet, werdet ihr nichts verteilen. Denn das Fest kommt nicht von uns. Es ist mal wieder ein aus den USA kopiertes Fest. Irische Einwanderer brachten das Fest mit in die USA. Der Ursprung liegt also in Irland. Die ganze Geschichte könnt ihr bei Wikipedia nachlesen. Zu lang es hier jetzt vorzutragen. Oder ihr schaut euch dieses Video an:

Ende der 90er kam das Fest dann zu uns wird seitdem jedes Jahr zelebriert. Natürlich des Spasses wegen und nicht damit die Firmen hier das grosse Geld machen können. Nein, Nein. Auf die Idee würde ja niemand kommen. Scheinbar ist dieses Fest auch cooler als das nur in zwei Wochen später in Deutschland gebräuchliche Martinsingen am 10. bzw. 11. November, bei dem an den Haustüren Lieder gesungen und als Belohnung Gebäck, Früchte oder Süßigkeiten erwartet werden. Die Werte stimmen hier: Kinder müssen sich die Süssigkeiten verdienen und nicht durch Erpressung mit Vandalismus erpressen. 

Und da wären wir bei einem Punkt: der Erpressung. Es ist absoluter Irrsinn, seine Kinder mit dem Satz „Süßes oder Saures“ an der Tür des Nachbarn klingeln zu lassen. Denn welche Wahl hat man? Keine. Es ist schlichtweg Erpressung. Und Erpressung ist ein Erziehungsmittel, welches man eigentlich vermeiden sollte. Das mag überspitzt, aber nicht anders sehe ich das so. 

Süssigkeiten von Fremden? 

Ebenfalls möchte ich nicht, dass meine Kinder von Fremden Süssigkeiten annehmen. Im Alltag nicht und heute nicht. Das wäre beim Martinsingen nicht anders, daher würde ich das Fest auch nicht feiern, aber es hat weitaus mehr mit dem deutschen Gebrauch zu tun als Halloween. 

Zudem möchte ich meinen Kindern keinen unangenehmen Begegnungen oder Frusterfahrungen aussetzen. Denn wenn jemand zu Hause ist, sichtbar, und die Tür nicht öffnet, dann ist das nicht schön. Oder eine Frau erklärt den Kindern genau das, was ich hier nieder schreibe. Dass sie Halloween nicht feiere. Selbst das klingeln und nicht öffnen oder im Falle dass niemand zu Hause ist, ist für Kinder eine Frusterfahrung. 

Und last but not least wäre da noch der Gesundheitsaspekt: 

Süssigkeiten schaden Zähnen und Gesundheit

Kinder bekommen ohnehin viel Zucker. Im Frühstück, im Getränk, besonders zu Weihnachten, als Trostpflaster, von Oma und Zwischendurch. Und dagegen wehren sich natürlich einige. Aber wieso lasst ihr dann die Kleinen an einem albernen Kostümfest Unmengen Süßigkeiten reinstopfen?

Halloween hat also weder eine positive Botschaft noch irgendeine sinnvolle Aussage. Ganz im Gegensatz übrigens zum St.-Martins-Fest. Zudem sind Sankt-Martin-Laternen viel schöner als Spinnweben und Billig-Kostüme aus dem Discounter. 

Ich komme zum Beispiel aus NRW und bin katholisch aufgewachsen mit Kommunion und Firmung. Und ich kenne das Martinsingen sehr gut. Als Kinder habe ich es nicht selten mitgemacht. Also hat mich das natürlich geprägt und ich empfinde dieses Fest höher gestellt als Halloween. 

Die armen Kinder! Verbietest du es ihnen? 

NEIN. Ich verbiete es ihnen nicht. Sie fragen allerdings auch nicht danach. Nehmen wir den heutigen Tag als Beispiel: Sie fragen nicht danach. Sie wissen nicht mal dass heute Halloween ist. Ich sage es ihnen auch nicht. Wozu? Dann entsteht genau das was ich nicht möchte. Eine Situation die mir sicher nach dem Artikel nachgesagt wird. Meinen Kinder es zu verbieten oder in traurige Gesichter sagen zu müssen, dass wir das nicht „feiern“. Das werde ich nicht tun. Jeder, der mich kennt weiss, dass ich meinen Kindern wenig abschlagen kann. 

Aber solange sie nicht danach fragen oder nicht wissen, wann es ist, muss ich mich nicht sorgen oder mir Vorwürfe anhören. Denn was sie nicht kennen, vermissen sie nicht. Oder sind traurig, es nicht zu haben. Denn sie wissen ja nicht, dass es heute ist. 

Sollten sie mich eines Tages fragen, rede ich mit ihnen darüber. Bringe meine Standpunkte vor und höre mir ihre an. Und dann werden wir sicher einen gemeinsamen Nenner finden den Abend schön zu gestalten. 

Halloween brauche ich zum Glück (noch) nicht

Am Ende stelle ich also fest: Das Fest ist sinnfrei und die Branche darum verdient sich eine goldene Nase. Kinder bekommen die falschen Werte beigebracht und deutsche Bräuche geraten in den Hintergrund.

Ich werde daher wieder die Klingel abstellen und den Abend in Ruhe geniessen. Fernab von Kostümen und Gebettel. Und meinen Kindern dieses „Fest“ weiterhin vorenthalten. 

Ganz vergessen habe ich übrigens dabei noch den Kürbis. Kürbisse sinnlos zu verarbeiten und auszuschlachten, ist nicht nur eine Verschwendung, sondern auch richtig eklig. Es sei denn man macht sich eine Suppe daraus, aber das mögen die Kinder dann sicher eher weniger. Ich vermute mal, dass 80 % das Fleisch nicht weiter verarbeiten. Schade drum.

 

Written by Jochen