Sportlich-Faires Miteinander ohne den anderen: Ein offener Brief an den TSV Spandau 1860 e.V.

Ein „sportlich-faires Miteinander“ ist es, was in jedem Schreiben von euch gefordert wird. Dass dies leider scheinbar nur auf Einseitigkeit beruht und ihr euch alles andere als sportlich-fair gebt, beweist eine Mahnung eines Rechtsanwaltes, die mir seit einigen Tagen vorliegt, weil ihr leider absolut nicht kritikfähig seid und selbst vor falschen Informationen nicht zurück schreckt. Das ist für einen Verein sehr Schade und traurig. 

Es fing alles eigentlich gut an. Unser Sohn begann bei euch ein strukturiertes und produktives Judo-Training. Es hat ihm Spaß gemacht. Die Trainerin war sehr engagiert, musste aber leider irgendwann in Elternzeit. Danach gab es zwischendurch wechselnde Trainer und am Ende leitete die junge Tochter einer Mitarbeiterin das Training. Das war quasi der Anfang vom Ende. Denn gerade ihre Trainerbescheinigung bekommen war sie einfach zu jung, konnte sich kaum durchsetzen und das Training entwickelte sich zur Spielgruppe mit etwas Judo dabei, was nicht selten von Eltern kritisiert wurde. Die Kritik wurde angenommen, aber leider nicht wirklich gebessert. 

Satzung und Geld über Zufriedenheit? 

Trainingsinhalte und Erwartungen wurden rechtzeitig kund getan, doch irgendwann, lieber TSV Spandau 1860 müsst auch ihr verstehen, reicht es. Irgendwann ist auch die Geduld eines Vaters am Ende. Wenn bestimmte Dinge nicht umgesetzt werden, sollte es das verdammte Recht eines Vaters sein die Mitgliedschaft vorzeitig zu kündigen. Aber euch war das Geld wichtiger. Eine Kündigung Anfang Juli wolltet ihr leider nicht mehr akzeptieren. Wenige Tage nach der Frist – eure Satzung und das Geld sind euch scheinbar lieber als die Zufriedenheit der Eltern. Und auch die schriftliche Kritik wurde eigentlich nur versucht abzuschmettern. Intern pickt eben einer Krähe der andern das Auge nicht aus.

Und selbst vor falschen Informationen schreckt ihr nicht zurück. Eures Wissens nach sind Eltern nicht beim Training in der Halle? Eigentlich waren ständig Eltern anwesend, teilweise um auch der Trainerin in Sachen Autorität zur Seite zu stehen, weil sie es alleine einfach nicht geschafft hat bestimmte Kinder in den Griff zu kriegen. 

Sportlich-faires Miteinander

Im letzten Brief habt ihr mit dann eine neue Frist gesetzt und obwohl ich fristgerecht per Mail reagiert habe, trudelte schon der Brief von eurem Inkasso-Anwalt ins Haus, der natürlich direkt den höchsten Satz dazu veranschlagte und so wurden aus 45 Euro direkt 145 Euro. Das nennt ihr „sportlich-fair“? Sportlich-fair für euren Anwalt sicherlich. Aber für mich kein Thema. Ich zahle das gerne und sehe es als Lehrgeld. Lehrgeld euch zu meiden und nicht weiter zu empfehlen. 

Zudem wolltet ihr mich am schreiben hindern und bezeichnetet meine Anmerkung darüber schreiben zu wollen als „Erpressung und Verleumdung“. 

Versucht eure Probleme doch mit euren Mitgliedern wirklich „sportlich-fair“ zu lösen und nicht nur zu eurem Vorteil. Nehmt Kritik ernst und redet auch mit den Trainern darüber. Benehmt euch wie ein Verein, statt nur einer zu sein. Und wenn jemand unzufrieden ist und das Problem sich nicht klären lässt, lasst ihn doch austreten, anstatt nur das Geld schwinden zu sehen. Wobei es natürlich schöner wäre, dass so etwas gar nicht passiert, aber dazu müsstet ihr Kritik ernst nehmen und sie intern auch dementsprechend behandeln und bearbeiten. Und nicht eure verwandten Mitarbeiter / Helfer schützen. Dinge objektiv betrachten – das muss man eben können. 

Einzelfall? 

Mit Nichten. Morgens beim bringen des Sohnes zur Schule reicht schon das Wort „TSV“ und andere Mütter schildern ihr erlebtes. In der Spandauer Facebook-Gruppe fragte ich ebenfalls nach Problemfällen und bekam prompt innerhalb weniger Minuten drei Nachrichtenanfragen im Messenger. Darunter gleich zwei Fälle von Menschen, dessen Kündigungen ihr nie bekommen habt. Sicherlich fristgerechte Kündigungen. Die nicht fristgerechten habt ihr natürlich bekommen, denn die könnt ihr eh mit eurer Satzung abschmettern.

Und nein, ich möchte kein anderes Angebot von euch wahr nehmen. Am liebsten würde ich auch die Kündigung gar nicht aufrecht erhalten, aber bei so einem Verein möchte ich nicht angemeldet sein. Vielleicht sucht ihr nochmal das Gespräch mit mir und wir klären das Problem und dann gibt es an dieser Stelle auch gerne ein Update. 

Written by Jochen