Test: Wolfenstein The Old Blood (PS4)

Mit Wolfenstein: The Old Blood versucht Bethesda noch einmal seine Fans mit neuem Stoff das Geld… ähm Sorry, das „hochgelobte Action-Adventure-Shooters Wolfenstein: The New Order“ auf die Konsole zu zaubern. Dabei handelt es sich aber nicht um ein Addon, sondern um ein eigenständiges Spiel, welches acht Kapitel und zwei miteinander verwobene Geschichten mit sich bringt.

wolfenstein

Die Story

Man selbst spielt den Kriegshelden B.J. Blazkowicz und muss erneut die Pläne des Regimes durchkreuzen. Das Regime, wie es so witzig immer wieder in der deutschen Version genannt wird (also eigentlich die Nazis) stehen kurz davor den großen Krieg zu gewinnen. In zwei Teilen hat es B.J. Blazkowicz zum einen mit einem wahnsinnigen Gefängnisleiter zu tun, als er in Burg Wolfenstein eindringt, um den Standort von General Totenkopfs Basis zu erfahren. Im zweiten Teil, Die dunklen Geheimnisse der Helga von Schabbs, teten wir gegen nie zuvor gesehene Abscheulichkeiten an, während wir immer tiefer in das Nervenzentrum der Nazis vordringen.

Von der Story her also nichts anspruchsvolles und sicher auch hier und da etwas albern, aber das macht die Serie wohl nun aus.

Grafik okay, KI oh weh

Während die Grafik völlig in Ordnung ist, kann die KI in keinster Weise überzeugen. Sie sprechen sich zwar akustisch ab, davon bleibt aber in der Praxis nichts übrig. So scheint der Held einen Magneten am Arsch zu haben. Das heisst verstecke ich mich in einer Ecke und sagen wir mal neben mir im Raum sind Soldaten hört man sie auch gegen die Wand laufen und laufen und laufen. Gehe ich dann und wechsele die Position tun es auch die Soldaten und man sieht dann ein nettes sich zusammen gelaufenes Sümmchen an Soldaten die alle zu dieser Ecke in ihrem Raum gegangen sind. Die Bibliothek und später der Folterraum sind gute Beispiele weil man dort ihre Schritte genau hört. Gehe ich, gehen sie. Stehe ich, stehen sie. Das ist total dumm, denn Eigeninitiative kennen die Gegner scheinbar gar nicht.

Und wenn sich dann wie erwähnt Gegner angesammelt haben und dazwischen dann so zwei grosse Klopper sind wird es frustrierend wenn man sehr oft stirbt und einen bestimmten Abschnitt immer wieder machen muss, weil man ja auch nicht zwischen speichern kann und die ganze Szene erneut spielen darf / muss. Also wirklich Spaß machen tut mir das nicht.

Während man am Anfang viel mehr schleichen muss, haben sich die Ballereinlagen gegenüber dem Vorgänger vermehrt. Wer also im vorigen Spiel gemeckert hat es gab zu wenig davon kommt hier auf seine stupide Kosten. Die Gegner laufen sicherlich gerne in euer Mündungsfeuer. Nach 8,5 Stunden ist der Spass dann vorbei.

wolfenstein

Deutsche Version am besten nicht kaufen

Wie auch beim Vorgänger mag sich die deutsche Version nicht vom Gewaltinhalt zur US-Version unterscheiden, allerdings wurden die Hakenkreuze ebenfalls ausgetauscht und so macht die Geschichte wenig Sinn. Ob noch andere inhaltliche Schnitte erfolgt sind weiss ich leider nicht, da ich mir die deutsche Version nicht gekauft habe.

Fakt ist aber, dass Bethesda behauptet hat das erste Spiel hätte keine Unterschiede und am Ende stellte sich heraus, dass auch an einem Video geschnippelt wurde. Allein aufgrund dieser Lüge solltet ihr direkt zur US-Version greifen. Diese kostet im PSN-Store auch nur 19,99 US-Dollar. Auch preislich zu euren Gunsten. Und ihr verpasst grosse Unterhaltungen auch nicht, denn die Deutschen sprechen auch im Film überwiegend nur Deutsch.

wolfenstein

Fazit

„Wolfenstein: The Old Blood“ erfindet das Rad nicht neu und leider machte es mir nur bedingt Spass. Das lag auch zum einen an der dummen KI und der dadurch manchmal entstandene Frust. Wer allerdings auf ein Schiessbuden-Spiel steht, der hat sicherlich daran seine Freude. Dafür reicht aber auch Moorhuhn ohne Absurditäten und übermässige Gewalt gegen die Nazi-Macht.

Wiederspielwert gleich Null. Da kann man froh sein, dass das Spiel nur 20 Euro kostet. Das macht es aber irgendwie nicht besser.

Written by Jochen