Test: The Evil Within (PS4)

Im Moment erleben bestimmte Spiele einen starken Hype. Von allen Seiten werden diese Spiele beworben und enttäuschen leider durchgehend. So konnte mich beispielsweise Destiny gar nicht überzeugen. Hoffnung hatte ich in diesem Spiel, doch die wurde direkt zu Anfang gnadenlos zerstört.

Es beginnt alles mit einer Videosequenz. Die Qualität dieser erschreckt mich. Die Figuren bewegen sich künstlich und die Synchronstimmen passen überhaupt nicht. Während die Sequenz läuft hoffe ich, dass dies keine Spielegrafik sein wird und die lästigen Balken verschwinden. Aber ich werde eines besseren belehrt. Mit dicken Balken oben und unten gehe ich im 21:9-Format auf die Klinik zu, die mich an eine andere Klinik aus einem anderen Spiel erinnert. In der Klinik selbst offenbart sich das ganze Ausmass. Überall liegen Leichen und Blutlachen herum. Und noch immer wollen die nervigen Balken nicht verschwinden. Sie nehmen zusammengerechnet mindest 1/4 des Bildschirmes ein und es ist wirklich nervig.

Wie auch in einem anderen Spiel mit einer Klinik kann man sich, wenn man von einem Bösewicht gejagt wird, in Schränken verstecken. Irgendwie kommt einem alls das ziemlich bekannt vor – nur irgendwie schlechter. Zur wirklich meiner Meinung nach schlechten Grafik und den nervigen Balken, die mir in keiner Weise ein Kinofeeling vermittelt, gesellt sich auf der PS4 die grottige Performance. Das Spiel ruckelt manchmal ohne Ende. Wieso das so ist weiß ich leider nicht. Normalerweise sollte dieses Spiel kein Problem für die starke Technik der PS4 sein.

Ja, ihr habt Recht, wenn ihr sagt, dass Grafik nicht alles ist. Aber das aufgezwungene 21:9 Format und die zudem unschöne Grafik machen das Spiel zu einem optischen Graul. Wenn ich schon eine Next-Gen-Konsole habe, möchte ich wenigstens den Hauch von Next-Gen auf meinem Fernseher. Doch auch diesen Hauch vermisse ich. Das Licht- und Schatten-Spiel ist gelungen, aber das war es dann auch schon mit dem Lob der Grafik. Alles anderes ist absoluter durchschnitt, stellenweise sogar richtig altbacken. Die steifen Gesichtsanimationen sind absolut nicht zeitgemäß. Dies gilt auch fürviele Texturen, Objekte und sogar Feuereffekte. Das hat trotz Playstation 4 schon unteres Playstation 3-Niveau. Dazu gesellen sich die wirklich grausamen Cut-Szenen.

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Vom Gameplay her erleben wir hier nichts weiteres als ein modernes Resident Evil gemischt mit Outlast. Man merkt direkt, dass der Resident Evil Macher persönlich hinter dem Spiel steckt. Und zufällig hat auch die Hauptfigur Sebastian Castellanos die gleiche deutsche Synchronstimme wie Leon S. Kennedy. Auch die hakelige Steuerung und die Kamera wurden übernommen. Sebastian kann laufen, kurz sprinten, ducken, gezielt schießen und zuschlagen. Weiterhin kann man Schalter und Mechanismen aktivieren und Türen öffnen. Und hier kommen wir zu einer wichtigen Komponente: den Todesfallen. Die sind überall platziert, kann sie aber auch entschärfen und für sich selbst nutzen. Bis auf die Fallen sollten Resident Evil-Fans hier keinerlei Probleme mit der Steuerung haben.

Im Laufe der Zeit kann man natürlich auch seinen Charakter und die Ausrüstung verbessern. Im Spiel findet man immer wieder Einweggläser und grünes Gelee welches das Punktekonto mal mehr und mal weniger auffüllen. Mit diesen Punkten kann man dann die Fitness von Sebastian verbessern (länger sprinten, mehr Gesundheit usw.) oder die eigenen Waffen und den Umgang mit diesen verbessern. Schade, dass von den eigenen Verbesserung nicht auch die KI profitiert, denn die ist zwar recht fordernd, aber nicht sehr intelligent. Die Beständigkeit gegenüber Kugeln macht die KI zu einem echten Gegner. Zudem zeigt sich hier die Masse statt Klasse, wenn dann eine Handvoll der Gegner auftauchen. Hinzu kommen die Fallen, welche entweder einen töten oder einem hilfreich sein können.

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Ansonsten ist das Spiel absolut monoton, was ich aber jetzt mal nicht gross in die Wertung mit einfliessen lassen würde. Man macht immer das Gleiche. Schleichen und verstecken, nebenbei auf zig  Fallen achten, wieder schleichen und darauf hoffen, dass sich die Zombiegestalten nicht kurz vor einem Kontakt umdrehen und einem mit einem 2-Hit- oder noch besser 1-Hit-Kill instant zum letzten Speicherpunkt befördern. Und der kann manchmal etwas weiter zurück liegen. Frustmomente bleiben da einfach nicht aus.

Der Sound ist den Machern, bis auf die schlechte Synchro, die allerdings zu den steifen und roboterhaften Figuren passt, sehr gelungen. Überall sind die Geräusche des Ekels zu hören. Die Monster schreien Laute von sich und Türen knarren. Auch der Soundtrack, also kleine Musikpassagen, erinnern immer wieder an Resident Evil.

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Fazit

Das Spiel ist nicht schlecht, aber ich habe bei dem Hype, mal wieder, einfach mehr erwartet. Es scheint momentan ein Fluch auf den Spielen zu liegen, die wirklich von Fachpresse und Publisher gehypet werden. Es ist ein Survivial Horror-Trip mit kranker Kulisse, aber leider kein Guter. Die Entwickler hatten bei der Gestaltung eine ziemlich kranke Fantasie, aber ich habe ehrlich gesagt einfach mehr erwartet. Das Spiel ist nichts besonders, wie uns all die Seiten weiß machen wollten. Alles wirkt ausgelutscht und das Spiel zog mich in meiner Spielzeit nicht wirklich in seinen Bann. Ich hatte nicht das Bedürfnis das Spiel durchspielen zu wollen.

Die Story vergisst man schon beim spielen, denn sie ist so schlecht und belanglos, dass ich sie selbst nicht mehr wiedergeben könnte. Das liegt aber auch daran, dass die Cut-Szenen so ruckeln und mies aussehen, dass man in der Zeit anfängt mit seinem Smartphone zu spielen und andere Dinge zu tun. Besonders die Krankenhaus-Fahrt am Anfang sieht mehr als schlecht aus.

Ich will keinem das Spiel schlecht reden, aber wartet lieber bis es billiger geworden ist oder holt euch die PC Version. Die soll wirklich sehr hübsch aussehen und die Performance ebenfalls besser laufen als auf der Playstation 4. Das aufgezwungene 21:9 Format ist wirklich zudem unschön.

PS: Ich habe bewusst auf brutale Screenshots verzichtet, da es teilweise echt ekelig und krank ist. Daher habe ich mich für neutrale Screenshots entschieden, die aber zugleich auch die schlechte Grafik sehr gut repräsentieren. Ja, was ihr auf den Bildern seht ist Playstation 4-Grafik. Zeitweilig dachte ich, ich habe eine Playstation 3 daheim.

Written by Jochen