Test: Oppo Find 5

Nach dem ich ja mit dem Samsung S4 überhaupt nicht zufrieden war, und das HTC One zwar toll ganz nett gewesen ist, aber mir nicht zusagte, gab ich mal einem Newcomer eine Chance: dem Find 5 von Oppo. Nun fragt ihr euch sicherlich: “Oppo wer? Was?”. Und die Frage ist berechtigt und dieser Test gibt euch hoffentlich eine Antwort.

Die chinesische Firma Oppo ist in Europa bzw Deutschland noch nicht wirklich bekannt. Und wenn dann nur für die Blu-Ray Player, von denen ich selbst aber noch kein Gerät gesehen habe. Aber es gibt sie. Ebenso gibt es auch die ganzen Vorurteile chinesischer Hersteller gegenüber billige Produkte zu produzieren und nur bestehende Geräte zu kopieren. Das mag auch auf viele Firmen zutreffen, doch dieses Gerät erntete bei den ersten Reviews nur Lob und Begeisterung und genau aus diesem Grund landete das Gerät auf meinem Radar. Mit Skepsis, denn keinen der Video-Reviewer habe ich bisher gekannt. Und ich kann euch schon jetzt sagen: Ich bereue diese Entscheidung bisher überhaupt nicht, denn was andere Firmen leider falsch angehen, macht diese Firma absolut richtig.

Kommen wir aber erstmal zu dem Gerät und den Spezifikationen. Die Technik sitzt in einem 8,9 Millimeter dicken Gehäuse. Dort werkelt der S4-Pro-Prozessor mit 1,5 GhZ Quad-Core von Qualcomm. Dieser werkelt auch im Xperia Z oder Nexus 4 und hat daher noch genug Leistung um aktuellen Spiele die Stirn zu bieten. Das Full-HD IPS-Display ist 5 Zoll groß und muss man wirklich gesehen haben. Die Auflösung beträgt 1.920 x 1.080 Pixel bei einer sehr hohen Pixeldichte von 441 Pixel pro Zoll (ppi). Dazu kommen 2 GByte RAM und ein 2.500 mAh starker Akku. Wie das HTC One hat das Oppo Find 5 ein geschlossenes Gehäuse und leider keinen Micro SD Karten Slot. Es gibt dafür wahlweise eine 16 oder 32 GByte Variante. Der Hammer: Die 16 GB-Version kostet günstige 399 Euro. Für den doppelten Speicher hält Oppo nicht mal die Hand großartig auf. Lediglich 30 Euro mehr möchte man haben, sprich 429 Euro für die 32 GByte Version. Das ist fair und zeigt, dass es auch günstig geht. Die Kamera rundet die guten Spezifikationen auf, denn sie hat 13 Megapixel und macht ebenso gute Fotos wie das Samsung Galaxy S4. Als Betriebssystem nutzt Oppo Android 4.1 Jelly Bean. Für die Kommunikation besitzt das Gerät natürlich WLAN-n, HSPA+ und leider kein LTE.

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Oppo bietet also ein High-End-Smartphone zum Einsteiger-Preis und wer jetzt denkt dies passiert auf Kosten der Qualität der irrt sich, denn in die Hand bekommt man ein wertiges Smartphone, was sich überhaupt nicht nach einem Plastikbomber ala Samsung anfühlt. Klar, die Rückseite ist aus Polycarbonat und die Seiten dafür aus Metall. Aber es hat nie den Anschein das Smartphone wäre billig. Auch macht es nirgendwo Geräusche. Den Power-Knopf hat man kurzerhand nach links verlegt und die Lautstärke-Knöpfe auf die rechte Seite. Schlecht ist das nicht, man gewöhnt sich dran. Oben sitzt zudem ein Lautsprecher-Anschluss und unten ein Micro-USB Anschluss. In der Verpackung befindet sich neben dem Oppo Find 5 ebenfalls einiges an Zubehör. So gibt es dazu 2 Ladeadapter (EU und UK), ein USB-Lade-/Datenkabel, ein 3,5 mm Stereo-Headset (Qualität nicht der Rede wert), nützliche Kurzinformationen und das microSIM-Slot Öffnungswerkzeug. Zudem liefert Oppo zwei NFC SmartTags mit, damit auch diese Funktion direkt nutzen kann. Andere Firmen wie Samsung bitten die Kunden direkt von Anfang zur Kasse. Hier zeigt man den Kunden erstmal was er machen kann und wenn er noch Tags braucht kann er die nachkaufen.

Auf der Vorderseite des Oppo Find 5 dominiert das Display, was man wirklich gesehen haben muss. Ich habe so ein tolles Display noch nicht gesehen und es ist wirklich ein Genuss darauf zu spielen oder zu arbeiten. Allerdings bekommt dieses einen Abzug, da Oppo die sogenannte “One Glass Solution Technology” (OGS) nutzt. Bei einem Riss kann man nichts mehr damit machen. Das Display bzw Glas ist auch sehr dünn und hält grossem Aussendruck nicht stand. Da sind andere Smartphones einfach belastbarer. Neben dem Lautsprecher an der Front ist erfreulicherweise die Nachrichten-LED (RGB), welche blinkt sobald E-Mails oder Nachrichten eingetroffen sind. So kann man auch ohne das Smartphone zu wecken sehen ob Ereignisse anstehen. Weckt man das Smartphone dennoch, öffnet sich einem ein wunderschön angepasstes Android 4.1.1 (Jelly Bean) mit wenigen Anpassungen der Optik. Die grossen Icons sehen wirklich gut aus und passen hervorragend zum dominierenden Display. Auch die nicht eckigen Widgets von Oppo gefallen. Das Einstellungsmenü ist aufgeräumt und verfügt über vier Reiter.  Die Statusleiste am oberen Bildrand verfügt über eine Menge von Schnellzugriffen, die sich nach belieben bearbeiten lassen. Es wird auch in der Zukunft spannend, denn Oppo werkelt an einer neuen Oberfläche Namens Firefly. Im allgemeinen gilt Oppo als sehr updatefreudig. Alle zwei Wochen erscheint nahezu eine Firmware-Beta. Die Entwickler nehmen Vorschläge der Community im offiziellen Forum entgegen und wenn die Mehrheit diese möchte werden sie auch integriert. Aber auch anderen ROMs ist man nicht abgeneigt und hat dem Gerät auch direkt die nötige Offenheit verpasst. Auf der offiziellen Webseite zeigt man selbst den Kunden welche ROMs man unterstützt. Dazu gehört auch das beliebte CyanogenMod oder PAC ROM. Apropos ROM: Es empfiehlt sich direkt den Faux Kernel zu installieren, da der normale Kernel doch sehr den Akku verschwendet. Mit dem Faux Kernel habe ich tolle Werte erreicht. So habe ich nach 9 Stunden immer noch gute 60-70 % und kann so auch locker den Tag mit dem Smartphone ausklingen lassen, bevor es wieder an die Station geht.

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In Sachen Kamera hat das OPPO Find 5 eine 13 Megapixel-Kamera (F/2.2 Blende) aus dem Hause Sony. Die maximale Auflösung liegt bei 4308 x 3120 Pixeln im 4:3 Bildformat. Im 16:9 Format muss man auf 10 Megapixel zurückschalten. Für Bilder im Dunkeln nutzt das Find 5 eine eine Dual-Flash LED unterhalb der Kameralinse. An der Front sitzt eine 1,9 Megapixel-Kamera. Die Kamera macht klasse Bilder, die mit dem Galaxy S4 vergleichbar sind. Das OPPO Find 5 bietet verschiedene Einstellungen, u.a. auch HDR, Selbstauslöser, Gesichtserkennung oder Geotagging. Zudem Panorama und verschiedene Filter wie man sie aus Instagram kennt. Bei Videos liegt die maximale Auflösung bei Full-HD, also 1920×1080 Pixeln bei 30 Bildern pro Sekunde. Die Qualität kann sich sehen lassen. Ich habe dazu auch ein Video gemacht:

Was gibt es noch zu sagen?

Die Lautsprecher auf der Rückseite bieten übrigens eine tolle Klangqualität und Lautstärke. Wo andere Handys zu leise sind, liefert dieses Handy eine ordentliche, auch im Auto zum telefonieren, verständliche Lautstärke. Auch die Vibration ist sehr kräftig.

Das Gerät kann mit dem beiliegendem USB-Kabel als Wechseldatenträger genutzt werden. Neben dieser Auswahl kann man aber auch das Media-Transfer-Protokoll nutzen. Dementsprechende Auswahlmöglichkeiten bietet einem das Oppo Find 5 direkt bei dem anschließen an den PC.

Einen eigenen Browser liefert Oppo nicht. Vorinstalliert ist direkt Chrome. Die Funktionen darüber muss ich nicht mehr erläutern denke ich. Man kann aber auch jede andere Alternative installieren.

Gibt es negative Dinge?

Natürlich hat auch dieses Gerät ein paar Macken und Bugs. So stürzt es schon mal ab, aber nach einem Reset ist alles behoben. Auch das Verbinden mit meinem Alpine Autoradio über Bluetooth klappt nicht wirklich so wie mit den anderen Geräten. Aber das sind Kleinigkeiten. Und wie ich bereits schrieb ist der Stock Kernel wirklich nicht gut für den Akku, der noch seinen Tag hält, aber schneller leer geht.

Ebenfalls lahm ist der Support. Antworten dauern und eine Reperatur-Abwicklung dauert wirklich seine Zeit. Fehler will sich die Firma nicht eingestehen. Das Display-Glas ist nicht wirklich belastbar, also direkt eine Hülle kaufen. Oppo nutzt hier die sogenannte One Glass Solution Technology (OGS). Das heisst Touchpanel und Glas sind in einem Bauteil. Geht das Glas kaputt, geht auch das touchen nicht mehr. Beim iPhone ist das beispielsweise getrennt und man kann das Handy och nutzen trotz gesprungener Scheibe. Auch ist die Reperatur bei Oppo dadurch teurer. Dazu muss Oppo auch noch das Backcover erneuern. Die Reperatur liegt bei knappen 160 Euro.  Hier kann das Unternehmen in Punkto Support leider nicht mit den großen Firmen konkurrieren.

Fazit

Billiges China-Smartphone? Von wegen. Das Find 5 ist ein wirklich gutes Android Smartphone mit einer guten Ausstattung und einem brillanten 5,0 Zoll Display. Der Support und die Updatefreudigkeit sind vorbildlich. Die Verarbeitung ist ebenfalls wirklich sehr gut. Der Preis von 400 Euro ist unschlagbar. Man sieht es ja an Samsung. Zum Start wollten die für das S4 noch 649 Euro und paar Wochen später schon 100 bis 150 Euro weniger. Hier ist zumindest der Erstkäufer nicht der Dumme, denn es gibt einen Preis und der liegt schon so unter der Konkurrenz.

Auch die Software-Seite ist wirklich faszinierend. Mit Custom Roms macht das Gerät noch viel mehr Spaß. Ich selbst nutze das Stock Rom, also das Originale Rom mit dem Faux Kernel, höre aber von vielen Rom-Fricklern aus dem Android-Hilfe Forum nur Positives. Oppo ist offen und zeigt diese Politik in einem gut betreuten eigenem Forum.

Das Find 5 beweist, dass es nicht immer die namhaften Hersteller sein müssen. Wer etwas sucht, was sich von der Maße abhebt und auch auf Qualität wert legt, ist bei dem Oppo Find 5 richtig. Wer sich aktuell ein Smartphone zulegen will sollte sich dieses Smartphone definitiv mal anschauen. Auch Mobilfunk-Anbieter oder gar Elektromärkte, gerne auch Amazon, sollten sich dieses Gerät in ihr Portfolio holen. Das Gerät hat sich viel mehr Aufmerksamkeit verdient als andere Geräte anderer Hersteller.

Written by Jochen